Hinter Amalu und Bibi liegen aufregende Wochen. Beide haben erfolgreich die praktische Zwischenprüfung absolviert und zusammen mit ihren Kolleginnen und Kollegen fünf Wochen eine ganze Station im Elki gemanagt. Die Schulstation hat beiden großen Spaß gemacht. „Wir haben richtig Verantwortung übernommen – das war eine gute Erfahrung“, sagt Bibi. Nun haben sie erstmal Urlaub und wieder stehen aufregende Wochen an – denn beide besuchen zum ersten Mal wieder ihre alte Heimat Indien und ihre Familien.
Amalu und Bibi sind im September vor zwei Jahren in Bremen angekommen. Gemeinsam mit acht weiteren künftigen Mitschülerinnen und Mitschülern wurden sie vom Integrationsteam der Geno am Bahnhof abgeholt. „Nach Deutschland zu gehen, war eine lebensverändernde Entscheidung“, sagt Bibi. Aber der 22-Jährige ist überzeugt, dass sie richtig war. Er wollte in die Pflege und war offen für neue Erfahrungen in einem anderen Land. Der Kontakt zur Geno entstand bei beiden über einen Pfarrer, der ehrenamtliche Vermittlungsarbeit leistet und Krankenhäuser und am Pflegeberuf Interessierte zusammenbringt. Der erste Schritt für die beiden war das Deutschlernen. Nach bestandener B2-Sprachprüfung folgten im zweiten Schritt die Online-Bewerbungsgespräche mit der Gesundheit Nord. Dann stand für beide fest – es geht nach Bremen.
Natürlich sei es am Anfang nicht leicht gewesen – die fremde Sprache, die so ganz andere Kultur. Aber inzwischen fühle er sich richtig wohl hier. „Bremen ist recht ruhig und grün. Das mag ich“, sagt Bibi und fügt dann hinzu: „Aber das allerbeste ist die Geno“. Das findet auch Amalu: „Wir haben so viel Unterstützung bekommen und können uns auch jetzt jederzeit an die Kollegen oder das Integrationsteam wenden“, erzählt sie. Als beide ankamen, wurde alles gemeinsam geregelt. Es gab Unterstützung bei Behördengängen, beim Beziehen der Wohnung, beim Kennenlernen der neuen Umgebung und bei Fragen aller Art. „Natürlich hatte ich auch Heimweh“, sagt Amalu, aber die Menschen hier vor Ort hätten es ihr wirklich so leicht wie möglich gemacht.
Auch die Schule finde beide richtig gut. In Indien gäbe es meist nur Frontalunterricht und kaum Gruppenarbeit oder Präsentationen, sagt Bibi. „Zuerst war das eine Herausforderung, vor der ganzen Klasse zu stehen und auf Deutsch vortragen zu müssen“, gesteht er. Aber inzwischen fände er diese Art Unterricht viel besser, selbstständiger und freier.
Und was vermissen die beiden außer ihren Familien noch? Über diese Frage müssen sie nicht lange nachdenken: Das Essen. Selbst im indischen Restaurant sei es viel weniger gewürzt und scharf, als sie es von zuhause kennen. Dafür schwärmt Amalu von frischen Brötchen. Die hat sie erst hier kennengelernt und ist davon begeistert. Amalu und Bibi haben ihren Entschluss, so weit weg von Indien ein völlig neues Leben zu beginnen, nicht bereut. Sie sind sich sicher, dass sie in Bremen bleiben wollen – und in der Geno.