Plötzlich Patientin auf der Station 3 am Eltern-Kind-Zentrum Prof. Hess. Ein Schock für die Betroffenen, ein Schock für die ganze Familie. Denn Patientin oder Patient auf der Station 3 zu sein, bedeutet Krebs. Magdalina traf dieser Schock vor fünf Jahren. Diagnose: Hirntumor. Plötzlich fallen Begriffe, von denen sie bis zu diesem Zeitpunkt nie gehört hatte. Ihr werden Fragen gestellt, die sie nicht beantworten kann. Trotz aller Mühe des Teams, das wie sie und ihre Mutter sagen, großartig war, fühlt sie sich oft nicht nur gesundheitlich schlecht, sondern auch unsicher und überfordert. Aber Magdalina lässt sich nicht unterkriegen. Sie schreibt Bücher mit vielen Fotos für die Station – das hilft ihr selbst und ihren Mitpatienten und Nachfolgern. Auch darin erzählt sie vieles über ihren Weg, um anderen Mut zu machen. Und diese Idee entwickelte sie mit Taim, Tony und Katharina, die sie auf der Station 3 kennenlernt, weiter.

Audioguide für junge Krebspatienten
Vier Jugendliche haben für Mitpatientinnen und Mitpatienten auf der onkologischen Station im Elki einen speziellen Audioguide entwickelt, der Fragen zur Station, zu Untersuchungen und Therapien beantwortet – ganz persönlich, niedrigschwellig und ohne „Fachchinesisch“. Das hat auch das Bremer Nachrichtenmagazin Buten un Binnen interessiert, das vor kurzem einen eigenen Beitrag zu dem Projekt gedreht hat.
Es entstehen gestaltete Postkarten mit kurzen Texten und QR-Codes, die zu eingesprochenen persönlichen Erfahrungen und Erklärungen führen. Diese Karten sind nun für alle jugendlichen Patientinnen und Patienten auf der Station 3 verfügbar. „Es gibt viel für Kinder und Erwachsene zum Thema Krebs, aber kaum etwas speziell für Heranwachsende“, sagt Pädagogin Karen Duden-Stölting, die das Projekt federführend begleitet hat. Schnell fanden sich auch Unterstützer und Sponsoren für das Projekt: Die Druckerei Laufrichtung aus Ritterhude hat die Karten mit den Fotos und Texten und den QR-Codes kostenlos gedruckt. Katharina Guleikoff von Bremen Eins hat ehrenamtlich die Tonaufnahmen mit den Jugendlichen gemacht und Anne Köhler von der Firma Vege.net aus Vegesack erstellte die QR-Codes.
Ganz selbstverständlich erzählen Magdalina und der sechzehnjährige Tony, der vor einem Jahr an Leukämie erkrankte, vor der Kamera von ihrer Erkrankung und ihrem Projekt. Sie freuen sie über die Aufmerksamkeit, aber vor allem, dass sie etwas Konkretes tun konnten während des Aufenthalts im Krankenhaus, etwas, das bleibt und jetzt anderen eine große Hilfe sein kann.
Magdalina und Tony haben die Klinik inzwischen verlassen und kommen nur noch zu Nachkontrollen vorbei. Es geht ihnen gut. Die Karten nimmt Karen Duden-Stölting inzwischen mit zu anderen jungen Betroffenen. „Ich bin froh, die zu haben und freue mich immer, wenn ich von diesem tollen Projekt erzählen kann. Das macht wirklich Mut“, sagt sie.



Das könnte Sie auch interessieren
Die aktuelle Ausgabe unseres Magazins gesund mal 4
Erhältlich in Apotheken, Arztpraxen und natürlich in unseren vier Krankenhäusern. Diese Ausgabe ist als Download verfügbar (per Klick auf das Cover)
abgehorcht – die Kolumne
In unserer Kolumne „Abgehorcht“ berichten unsere Autoren über die alltäglichen Versuche gesünder zu leben. Und darüber, warum das am Ende oft doch nicht klappt.
Kolumne „Abgehorcht“ lesen
Beliebteste Beiträge
Gesundheit Nord – Klinikverbund Bremen
Klinikum Bremen-Mitte
St.-Jürgen-Str. 1
28205 Bremen
Fon 0421 497-0
Klinikum Bremen-Nord
Hammersbecker Straße 228
28755 Bremen
Fon 0421 6606-0
Klinikum Bremen-Ost
Züricher Straße 40
28325 Bremen
Fon 0421 408-0
Klinikum Links der Weser
Senator-Weßling-Straße 1
28277 Bremen
Fon 0421 879-0













