Auch nach dem Jahrhundertwechsel vergrößerte sich das Krankenhaus weiter. Immer neue Gebäude kamen auf dem weitläufigen Gelände zwischen Bismarckstraße, St.-Jürgen-Straße, Friedrich-Karl-Straße und Am schwarzen Meer dazu – noch im Jahr 1963 beispielsweise das Chirurgische Zentralgebäude, das vielen Bremern als das „Chirurgiehochhaus“ ein Begriff ist. Erst Ende der Neunziger Jahre setzt sich die Erkenntnis durch, dass ein Krankenhaus mit so vielen unterschiedlichen, teilweise weit auseinander liegenden Bauten weder wirtschaftlich zu betreiben noch für die Patientenversorgung ideal ist. Jeweils die Hälfte der Belegschaft, so wird damals nur halb im Scherz behauptet, sei stets auf dem Gelände unterwegs, weil die Wege zwischen den Abteilungen so weit sind. So entsteht der Plan für einen kompakten Neubau, der die „Pavillonstruktur“ ablösen und das Klinikgelände von 19 auf sechs Hektar reduzieren soll. Die frei werdende Fläche soll zu einem neuen Stadtteil, dem neuen Hulsbergviertel, weiterentwickelt werden.
2019 wird der Neubau eröffnet. Operationen finden seitdem im hochmodernen Zentral-OP statt. Im Erdgeschoss des Neubaus sind Ambulanzen und Funktionsbereiche wie die Endoskopie untergebracht, im Untergeschoss befindet sich die Strahlentherapie mit ihren Linearbeschleunigern und weiterer Medizintechnik. „Mit dem Neubau haben wir kurze Wege geschaffen und dafür gesorgt, dass alle Spezialisten schnell erreichbar sind“, sagt Prof. Johann Ockenga, ärztlicher Direktor des Klinikums. „Das ist vor allem für die Bereiche ideal, die interdisziplinär arbeiten, beispielsweise unser onkologisches Zentrum. Bei komplexen und schweren Erkrankungen können alle erforderlichen Disziplinen eng zusammenarbeiten, so dass jeder Patient die optimale Therapie bekommt.“
2021 ziehen Geburtshilfe und Kinderklinik aus dem Klinikum Links der Weser in die St.-Jürgen-Straße und das ebenfalls neu gebaute Eltern-Kind-Zentrum Prof. Hess öffnet seine Pforten. Damit befinden sich jetzt alle Disziplinen der Kinderheilkunde – von der Frühchenstation über die Kinderchirurgie bis zur Pädiatrie und vielen Spezialambulanzen – unter einem Dach. Seit 2023 steht fest, dass das Klinikum Bremen-Mitte mit dem Klinikum Links der Weser fusionieren wird. Ab 2030 wird sich auch das Herzzentrum in der St.-Jürgen-Straße befinden. Bis dahin wird der Neubau noch einmal um zusätzliche Funktionsbereich erweitert: In einem Baukörper zwischen Neubau und Notaufnahme entstehen in den kommenden Jahren unter anderem Herz-OP-Säle und Herzkatheterlabore. Die Notaufnahme wird erweitert und die Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte für den gesamten Klinikverbund am Klinikum Bremen-Mitte zentralisiert. „Auf diese Weise werden wir unser Unternehmen neu aufstellen und dafür sorgen, dass wir die gesundheitliche Versorgung der Menschen in Bremen und dem Umland auch für die Zukunft sicherstellen“, sagt Dr. Dorothea Dreizehnter, Vorsitzende der Geschäftsführung der Gesundheit Nord. Damit steht mehr als 175 Jahre nach der Eröffnung ein weiterer großer Schritt bevor: Das Klinikum wird zu einem echten Maximalversorger, in dem alle wichtigen Disziplinen unter einem Dach vereint sind.
Hier finden Sie in den kommenden Wochen weitere spannende Einblicke zum Wandel der Krebsmedizin, Kindermedizin, im OP, der Radiologie, in der Logistik und der Anästhesie. Wie funktioniert sie früher, wo stehen wir heute? Die Jubiläumsseite zu 175 Jahre Klinikum Bremen-Mitte und zur Entwicklung des Krankenhauses finden Sie zudem hier