Notfälle versorgen, mit spontanen Situationen zurechtkommen, Lösungen parat haben. Das ist für Krankenhausbeschäftigte auf medizinische und pflegerische Situationen bezogen Alltag. Doch daneben sind Mitarbeitende in einer Klinik auch immer wieder mit anderen plötzlichen Situationen konfrontiert. Denn Ängste, Ungewissheit und Sorgen wegen einer Erkrankung oder Verletzung und lange Wartzeiten können bei Patientinnen und Patienten auch in aggressives Verhalten umschlagen. Das erleben Krankenhausmitarbeiter immer wieder. Ein Selbstbehauptungstraining der Polizei Bremen zeigt Mitarbeitenden des Klinikums Bremen-Nord an mehreren Terminen im Juni auch für solche Fälle Lösungswege auf.
„In Gefahrensituationen kann der Körper gut kämpfen und laufen, aber nicht gut denken“, sagt Maike Seifert von der Polizei Bremen, die die Seminare im Klinikum Bremen-Nord anbietet. Zum ersten Training am 8. Juni sind mehr als 20 Kolleginnen und Kollegen aus dem KBN im Konferenzraum zusammengekommen. Und von Seifert bekommen sie einen umfassenden Einblick in verschiedene Situationen, die einem im Alltag begegnen können. „Es geht darum, sich Strategien zurechtzulegen, um in einer Ausnahmesituation gewappnet zu sein“, sagt Seifert. Auf das Unvorbereitete bestmöglich vorbereitet zu sein und handeln zu können sei etwas, das man üben könne.
An diesem Nachmittag geht es unter anderem um deeskalierende Kommunikation und Verhaltensweisen. Neben Handlungsstrategien für Situationen, die einem auch im privaten Alltag begegnen können, können die Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer auch Situationen aus dem Klinikalltag beschreiben. Wie gehe ich mit dem Patienten im Wartezimmer um, der die Geduld verliert? Wie verhalte ich mich, wenn ich mich gar körperlich bedroht fühle? Welches Verhalten sollte ich vermeiden, damit eine Situation nicht weiter eskaliert? Und wie kann ich potenziellen Problemen frühzeitig erkennen und dazu beitragen, sie erst gar nicht entstehen zu lassen. Seifert nimmt die Beispiele auf, sorgt an vielen Stellen für kleine Aha-Erlebnisse. „Wir werden Situationen nicht gänzlich verhindern können“, sagt Seifert. „Aber wir können lernen, besser mit ihnen umgehen zu können.“














