Gesundheit Nord Klinikverbund Bremen

Erst Langzeitpatient, nun Pflegepraktikant in der Unfallchirurgie

Patientengeschichten

Vor zwei Jahren lag Jan Zierow nach einem schlimmen Unfall noch selbst für mehrere Monate auf der Station Werder, der unfallchirurgischen Station im Klinikum Bremen-Mitte, und wurde intensiv vom Team versorgt. Nun ist der 19-Jährige dort selbst im weißen Kasack auf der Station unterwegs. Zwei Wochen lang hat er auf „seiner“ alten Station ein Pflege-Praktikum absolviert, der erste Schritt zur Krankenhaus-Karriere, die sich Jan Zierow vorgenommen hat.

Als Jan Zierow mit Stationsleitung Manuela Bröse das Zimmer betritt, merkt er, wie die Patienten leise anfangen zu tuscheln. „Ist er das?“ Diesen Satz hört er das ein oder andere Mal in seinem zweiwöchigen Praktikum, das er auf der Station Werder im Klinikum Bremen-Mitte absolviert. Denn einige Patienten auf Station haben Jan Zierow wiedererkannt. In der Vorwoche war er mit seiner bewegenden Patientengeschichte im Fernsehen zu sehen, im Regionalmagazin buten und binnen von Radio Bremen. Das TV-Team hatte über seinen Fall berichtet, den niemand kalt gelassen haben dürfte: Vor zwei Jahren war Jan Zierow mit Kopfhörern auf dem Fahrrad unterwegs. Ein Zug erfasste ihn, der damals 17-Jährige erlitt mehrere lebensbedrohliche Verletzungen. Das Team im Klinikum Bremen-Mitte rettete ihm das Leben. Monatelang wurde er auf der Intensivstation und der Station Werder, der unfallchirurgischen Station, versorgt und kam so Schritt für Schritt wieder auf die Beine – und zurück ins Leben.

Nun möchte Jan Zierow selbst eine Karriere im Krankenhaus beginnen. Seine Ausbildung zum Zimmermann hatte er wegen der körperlichen Beeinträchtigungen, die er durch den Unfall davon getragen hat, aufgeben müssen. „Es hat mich während meiner Zeit beeindruckt, wie das Team hier arbeitet“, sagt Jan Zierow. Und so wuchs nach und nach der Wunsch selbst in diesen Bereich zu gehen. Sein Plan: In zwei Jahren das Abitur machen, danach eine Pflegeausbildung absolvieren und irgendwann ein Medizinstudium beginnen und dann am liebsten Anästhesist werden. „Einige Freunde meinten, dieser Job in der Pflege oder in der Medizin passt viel besser zu mir.“ Und das findet er mittlerweile auch.

Während seiner Krankheitsgeschichte, die immer noch nicht ganz abgeschlossen ist, ist er bereits selbst zum Experten seines Leidens geworden. Nun im Praktikum hat er viele weitere wichtige Erfahrungen gesammelt. „Man musste sich erst ein wenig daran gewöhnen, nun selbst nicht mehr Patient sondern Teil des Pflegeteams zu sein“, sagt Jan Zierow. Viele Leute von der Station kannte er noch von damals. Neu war für ihn nun unter anderem der Einblick, wie das Stationsteam die Versorgung der Patienten plant, organisiert und verteilt. „Das ist richtig interessant für mich gewesen“, sagt Jan Zierow.

Vom Stationsteam wurde er mit offenen Armen empfangen. „Jan war hier so lange auf unserer Station, er gehört hier praktisch zur Familie. Da war es Ehrensache, ihm hier ein Praktikum zu ermöglichen“, sagt Stationsleitung Manuela Bröse. Bereits beim TV-Dreh gab es viele Umarmungen, als Jan Zierow das Stationsteam besuchte. „Wir haben so viele Höhen und Tiefen mit ihm durchlebt. Da ist es einfach schön zu sehen, wie er nun wieder im Leben steht und dass wir alle einen wichtigen Beitrag dazu leisten konnten.“ Wenn dieser schlimme Unfall für irgendetwas gut gewesen sei, dann dafür, wie viel stärker und reifer er aus dieser Situation hervorgegangen ist, sagt Manuela Bröse.

„Das Stationsteam ist hier für mich in den vielen Monaten praktisch zu einer zweiten Familie geworden“, sagt Jan Zierow selbst. Nun waren sie sogar für zwei Wochen Kolleginnen und Kollegen, er konnte viele Fragen stellen, beobachten, ausprobieren und lernen. „Das hat mich in jedem Fall bestärkt, bald meine Pflegeausbildung hier zu beginnen“, sagt Jan Zierow. Den weißen Kasack tauscht er nun aber erst einmal wieder gegen Alltagskleidung ein. Er muss wieder zur Schule, sein Weg in Richtung Abitur geht weiter – und Jan Zierow ist nun um viele Eindrücke aus seinem Wunschberuf reicher.

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