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Die Macht des Schlafs: Warum erholsame Nächte so wichtig sind

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Schlaflosigkeit raubt nicht nur Energie, sondern sie kann auch Angst machen. Viele Menschen meiden abends das Bett, aus Furcht vor einer weiteren schlaflosen Nacht. Doch warum ist erholsamer Schlaf für Körper und Geist so unverzichtbar und was passiert, wenn er über lange Zeit fehlt? Für Antworten haben wir Sabine Bunten, leitende Oberärztin der klinischen Neurophysiologie am Klinikum Bremen-Ost, zum Thema „schlaflose Nächte“ befragt.

Viele kennen den Moment: den verzweifelten Blick auf die Uhr mitten in der Nacht. Der Sonnenaufgang rückt näher, die Minuten rinnen dahin, doch der Schlaf bleibt aus. Die Gedanken kreisen unaufhörlich um Sorgen und bevorstehende Verpflichtungen, während der Körper nach Ruhe verlangt – doch das innere Stresssystem bleibt hellwach. Was als einzelne unruhige Nacht beginnt, kann sich schnell zu einem dauerhaften Problem entwickeln.

„Die Folgen von schlechtem Schlaf reichen weit über Müdigkeit hinaus“, erklärt Schlafexpertin Sabine Bunten. Konzentration, Stimmung, Gedächtnis und Wahrnehmung litten darunter, ebenso die körperliche Gesundheit. Besonders in belastenden Zeiten, etwa vor wichtigen Prüfungen, bei beruflichem Stress oder persönlichen Sorgen, falle es dem Körper schwer, das Stresssystem herunterzufahren und die notwendige Ruhe zu finden.

 

„Wer über Wochen oder Monate hinweg unter Schlafstörungen leidet, gerät leicht in einen gefährlichen Teufelskreis“, sagt Sabine Bunten. Die Angst vor weiteren schlaflosen Nächten erhöhe den Druck und genau dieser Stress erschwere das Einschlafen zusätzlich. Die Schlafmedizinerin erklärt: „In manchen Fällen entsteht daraus eine psychophysiologische Insomnie – eine chronische Schlafstörung bei der sich Stress, Anspannung und Schlaflosigkeit gegenseitig verstärken“. Die Auswirkungen seien deutlich spürbar: Reizbarkeit, geringere Belastbarkeit sowie körperliche und seelische Erschöpfung. Langfristig könne schlechter Schlaf sogar das Immunsystem schwächen. 

Schlaflosigkeit überwinden

Der Ausweg aus diesem Kreislauf der Schlaflosigkeit beginne oft mit kleinen, unscheinbaren Veränderungen. „Regelmäßige Schlaf- und Aufstehzeiten stabilisieren den inneren Rhythmus“, empfiehlt Sabine Bunten. Auch der Verzicht auf Smartphone, Tablet oder Fernseher vor dem Schlafengehen helfe dem Gehirn, zur Ruhe zu kommen. Ähnliches gelte für kurze Entspannungsübungen, Atemtechniken oder Meditationen am Abend: „Diese Methoden können die innere Ruhe zusätzlich fördern und das Einschlafen erleichtern“, so die Schlafmedizinerin.

Wer seine Schlafgewohnheiten auf diese Weise stärkt und bei anhaltenden Schlafproblemen professionelle Unterstützung sucht, schafft die Basis für langfristige Gesundheit und Wohlbefinden. „Denn erholsamer Schlaf ist keine Nebensache, sondern die Grundlage für körperliche Gesundheit, seelische Stabilität und echte Erholung vom täglichen Stress“, betont Sabine Bunten.

Damit diese Erholung wieder möglich wird, ist es entscheidend zu klären, was den Schlaf tatsächlich stört. Genau hier setzt das neurologische Schlaflabor der Klinik für Neurologie am Klinikum Bremen-Ost an: Es hilft dabei, die Ursachen präzise aufzudecken – von körperlichen Auslösern bis hin zu anderen Einflussfaktoren, die den Schlaf beeinträchtigt. Dass das Team dort auf höchstem Niveau arbeitet, bestätigt die erneute Zertifizierung durch die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin. „Diese Zertifizierung ist aufwendig und ein Qualitätsnachweis, weshalb wir stolz auf unsere Schlafmediziner sind!", so Prof. Thomas Duning, Chefarzt der Klinik.

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